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9. Oktober 2026

AfD und CDU zusammen gegen Stolpersteine?

Alle reden über Antisemitismus in der Linkspartei. Aber warum stimmen CDU und AfD eigentlich gemeinsam gegen Stolpersteine in Heidenau? In der sächsischen Kleinstadt haben CDU, AfD und die „Bürgerinitiative Oberelbe für mehr Demokratie“ einen Antrag durchgebracht, der die weitere Verlegung von Stolpersteinen untersagt. Die Begründung: Man könnte ja drüber laufen. Dabei ist ja genau das die Idee hinter den Stolpersteinen. Die Namen der Opfer sollen an die Orte zurückkehren, an denen sie gelebt haben.

- Das Video zum Beitrag findest du hier: https://youtube.com/shorts/bfsMRikizYE?feature=share -

Stolpersteine_02

Informelle Koalition aus AfD und CDU

Es ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich CDU und AfD auf kommunaler Ebene scheinbar bestens verstehen – zumindest wenn es um die Abschaffung unliebsamer Demokratieprojekte, wie bei uns in Wurzen, oder um kritische Erinnerungskultur wie in Heidenau geht. Auch die Wahl des extrem rechten AfD-Politikers Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt mit möglicher Beteiligung der CDU bedeutet eine Zäsur und verleiht dieser Allianz eine neue Qualität.

Gegen Antisemitismus vorzugehen, ist sehr wichtig – egal, in welcher Partei und unabhängig davon, ob es gerade in die parteistrategischen Interessen passt. Deshalb fragen wir uns auch, wie ernst es der CDU damit ist, wenn sie auf der einen Seite lautstark gegen die Berliner Linke wettert und auf der anderen Seite mit einer extrem rechten und antisemitischen Partei zusammenarbeitet, die immer wieder Verschwörungserzählungen verbreitet, die Verbrechen des Nationalsozialismus relativiert und eine radikale Kehrtwende in der Erinnerungspolitik fordert.

Unsere Vorstellung von Erinnerungskultur

Kritische Erinnerungskultur ist seit der Gründung unseres Vereins ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Wir verstehen Erinnerung nicht als etwas, das an einem abgeschlossenen Gedenkort stattfinden soll, sondern als Teil des alltäglichen Zusammenlebens. Deshalb machen wir öffentliche Lesungen zum Tag der Bücherverbrennung, die Gedenkfahrten für die Opfer der Todesmärsche und auch das Stolperstein-Projekt.

Erst vor kurzem haben wir ein Interview mit Keren Luchtenstein veröffentlicht. Ihre Großeltern haben in Wurzen gelebt und sind von den Nationalsozialisten ermordet worden. Dort spricht sie über die große Bedeutung, die jenes für sie und ihre Familie gehabt hat, und darüber, dass aus diesem jahrelange Freundschaften entstanden sind.

- Das Video zum Interview findest du hier: https://www.youtube.com/shorts/VMAKm8sd1sA -

Warum zivilgesellschaftliche Erinnerungskultur unverzichtbar ist

Der Fall Heidenau und die Konsequenzen der sich anbahnenden AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zeigen uns die Bedeutung einer Erinnerungskultur, die abseits von staatlichen Stellen durch die Zivilgesellschaft organisiert wird. Nur so kann in Zeiten des anhaltenden Rechtsrucks in den Parlamenten garantiert werden, dass ein würdevolles und kritisches Gedenken fortbestehen kann, das lebendig und mitten in der Gesellschaft stattfindet.

Wenn ihr uns dabei unterstützen wollt - werdet Fördermitglied! Nur so können wir in Wurzen und darüber hinaus gegen Antisemitismus und für kritische Erinnerungskultur aktiv bleiben: www.ndk-wurzen.de/ueber-uns/spenden

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